Der Social Media Leitfaden der BITKOM – Kann man lesen, muss man aber nicht!

8 Januar 2013
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Im Oktober letzten Jahres veröffentliche die Arbeitsgruppe Social Media der BITKOM, wohlgemerkt ein Team von 25 Autoren, die neue Auflage ihres Social-Media Leitfadens. Mit 65 Seiten Umfang stellt der Guide den -zur Zeit- wohl umfangreichsten Leitfaden zur Thematik Social Media dar, ohne Frage.

Allerdings bewegt sich das BITKOM-Werk mit seinen komplexen Grafiken und Informationen zu sehr im tiefgründigen Fachlatein und ist aufgrund dessen für kleine sowie mittelständische Unternehmen weniger geeignet. Es scheint, als ob man sich beim Ziel der Aufklärung im eigenen Informations-Überfluss verlieren würde. Es wurde verpasst, die zunehmend immer größer werdende Social-Media Welt mit dem imaginären „Urknall“ einzuleiten.

Unserer Meinung nach verpassen die Autoren schon zu Beginn eine notwendige zielgruppengerechte Ansprache, inklusive einer tiefgehenden und detaillierten Einführung. Speziell Unternehmen ohne eigenes Social-Media Know-How sollten behutsamer und intensiver mit der Materie konfrontiert werden, ohne hierbei von Informationen überflutet zu werden, die aufgrund des eigenen Wissensstands überhaupt nicht verwertet werden können. Viele Themen sind für Laien unklar und auch am Beispiel der Best-Practice Beispiele wird der Leser mehr oder minder irritiert:

Hier werden demnach praktische Tipps anhand von Unternehmen aufgezeigt, die alle nicht mehr als klein oder mittelständig zu bezeichnen sind. Laut des Institutes für Mittelstandsforschung sind Unternehmen mit maximal 500 Mitarbeitern und/oder einem Jahresumsatz von maximal 50 Millionen Euro noch als mittelständig zu bezeichnen. Die im Leitfaden aufgeführten Beispiele lauten Microsoft, Datev, T-Systems und Conet und überschreiten faktisch die Bezeichnung des normalen Mittelstands.

Generell hätte man – aus unserer Sicht – Themen wie Social Media Recruiting, Social Media Intelligence und andere fortgeschrittene Inhalte in einen Leitfaden für Experten verschieben sollen, da gerade diese Themen für Social-Media Newcomer eine nur eingeschränkte Relevanz haben.

Eines der besseren Kapitel ist der Rechtsteil des Leitfadens, da hier einige wichtige Punkte angesprochen werden, die bei Einhaltung sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter vor Schaden bewahren können. Leider bleiben zwar auch in diesem Kapitel einige Fragen unbeantwortet, dies ist aber zum Großteil der veralteten deutschen Rechtsprechung zuzuschreiben.

Fazit:
Der Leitfaden Social Media der BITKOM ist ein sehr umfassendes Werk, das die meisten Geschäftsführer von kleinen und mittelständigen Unternehmen allerdings eher überfordern wird, als sie zu informieren. So wird aus einer guten Intention ein leider überfrachtetes Werk, welches seinen eigenen Zweck aus den Augen verliert.

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